Im Halbfinal fehlte wenig zum Exploit
23.07.2011An den Military World Games in Rio de Janeiro belegte ich im zweiten Halbfinal über 1500m den 8. Rang in einer Zeit von 3:48,68min. Der 7. Rang und eine Zeit von 3:47,66min hätten zur Finalqualifikation gereicht. Damit schied ich als Gesamt-13. der Halbfinalläufe aus. Sieger meines Halbfinals war wie im Vorlauf der Marokkaner Mohamed Moustaoui.
Ich startete als Aussenseiter für einen Finalplatz in den zweiten Halbfinal, in dem ich unter anderem auf drei der vier Vorlaufsieger und den schnellsten Europäer dieser Saison, Yohann Kowal, traf. Die ersten vier Plätze sollten unter normalen Umständen nicht zu erreichen sein. Doch dahinter rechnete ich mir Chancen aus, die Finalquali dennoch zu schaffen. Denn sollte unser Lauf schneller sein als der Erste, hätten sich der Sechst- und Siebentplatzierte über die Zeit qualifiziert. Auf diese Ränge, so nahm ich mir vor, wollte ich laufen. Soviel zur Ausgangslage.
Das Rennen startete nervös, geprägt von Schubsern und harten Positionskämpfen. Anfangs lief ich mitten im Feld und arbeitete mich bis 600m erstmals etwas nach vorne. In der Kurve dann zwischen 900 und 1000m leistete ich den zweiten Effort und schob mich aussen vor bis an die vierte Position, so wie ich es mir vorgenommen hatte. Allerdings konnte ich der weiteren Temposteigerung der Favoriten ab da nicht folgen, ehe sich 200m vor dem Ziel auch noch eine kleine Lücke vor mir auftat. Ich bog nur noch an 9. Position laufend auf die Zielgerade ein. Den indischen Läufer vermochte ich noch zu überholen. Doch zum Iren O'Brien (7. Rang) fehlten im Ziel 1,02 Sekunden. Den Final somit als Gesamt-13. zu verpassen, ärgerte mich, da ich auch während des Rennens an die Machbarkeit dieser Aufgabe glaubte.
Zum Schluss fehlte nicht wirklich viel für den Exploit. Dass ich bis auf der Zielgeraden noch um einen Finalplatz kämpfen konnte, hätte ich vor den Militärweltspielen nicht unbedingt gedacht. Das Leistungsniveau in den Mittel- und Langstrecken war hier in Rio sehr gut. Und schlussendlich hatten sich in den 1500m-Halbfinals auch das (zum Teil deutlich) höhere Niveau und die grössere Erfahrung der anderen Athleten durchgesetzt. Mein Fazit nach Vorlauf und Halbfinal – meinen beiden ersten Rennen an internationalen Meisterschaften auf der Bahn – fällt aber sehr positiv aus und ich nehme nur wertvolle Erfahrungen mit aus Rio. Nun erhole ich mich noch etwas ehe ich wieder ins Training einsteige, um die Schweizer Meisterschaften vom 5. und 6. August in Basel vorzubereiten. Am Dienstag sollten wir wieder in der Schweiz zurück sein.
Eine Bildergalerie werde ich nächste Woche zu Hause aufschalten.
Bis dann und viele Grüsse aus Rio de Janeiro
Marco


