Selektioniert für Militärweltspiele in Rio de Janeiro
07.07.2011Nachdem ich die Universiade einen Tag vor Ablauf der Qualifikationsphase um 2/100 verpasste, wurde ich diese Woche für die Military World Games (MWG) in Brasilien selektioniert. Mit meinen 3:45,02 von Uden schob ich mich mit der letzten Möglichkeit wieder vor Stefan Breit (3:45,66), was schlussendlich zur Selektion führte.
Die letzten knapp zwei Wochen waren ziemlich intensiv, deshalb an dieser Stelle ein Rückblick.
Die Ausgangslage vor dem Rennen in Metz über 1500m sah so aus, dass ich hinter Zwahlen (3:44,24), Geissbühler (3:45,07) und Bächtiger (3:46,32) mit bis dahin 3:46,93 an vierter Stelle der Saisonbestenliste lag. Nach dem Rennen in Metz am Montagabend verbesserte sich Bächtiger auf 3:45,11 und Stefan Breit lief ebenfalls persönliche Bestleistung mit 3:45,53 und schob sich noch vor mich. Somit hatte er wieder die zweite Position hinter Zwahlen für Rio inne, da Bächtiger die Pole-Position über 800m bis dahin besass und Geissbühler schon länger seinen Verzicht auf Rio erklären musste. Mein Ziel hiess aber immer noch 3:45,00-Limite für die Universiade. Darauf konzentrierte ich mich und diese Norm wollte ich in Lausanne in einem auf Stefan Breit und mich ausgerichteten Rennen mit zwei Pacemakern bis 1100 Metern erreichen.
Leider kam es an der Athletissima anders und zweitens, als ich mir vorgestellt hatte. Meine Tagesform passte nicht. Ich ging zwar das Tempo mit den Pacemakern mit, vermochte aber die ersten 800m nicht relaxt zu laufen und wurde ab 900m immer langsamer. Als ich bei 1100m alleine vorne war und bei 1200m schon 2 Sekunden über der Zeit lag, stieg ich aus um Kräfte zu sparen für die letzte Chance in Uden. Angenehm war dies nicht - an der Athletissima und vor diesem tollen Publikum das Rennen aufzugeben - und selten war ich nach einem Rennen so enttäuscht.
Die Ausgangslage hatte sich mit Lausanne also nicht verändert und es blieb mir noch die letzte Chance in Uden. Von keiner Grossanlass-Teilnahme über MWG in Rio oder Universiade in China war noch alles möglich. Mit der Startmöglichkeit in der ersten Serie stieg meine Zuversicht und ich wollte einfach "All-in"-Gehen. Der Rest ist bekannt (Anm. zum letzten News-Eintrag).
So bleibt mir nun die Grossanlass-Teilnahme in Rio vom 16. bis 24. Juli, worauf ich mich natürlich freue und meine weiter ansteigende Form für ein gutes Resultat nützen will. Zudem wird dies wahrscheinlich mein einziger Militär-WK in Brasilien werden - schon ein cooles Privileg! Hiermit will ich nochmals auf das Duell mit Stefan Breit zurückkommen, dem ich die Teilnahme in Rio wirklich sehr gegönnt hätte. Denn es war eine spannende und intensive Woche, die uns sicher pushen wird für die Zukunft. Allein schon für die anfang August stattfindenden Schweizermeisterschaften in Basel (5./6. August) präsentiert sich die Situation über 1500m äusserst spannend.


