Ali Hakimi und Marco Kern erreichten beim topbesetzten Zürcher Silvesterlauf die Ränge 16 und 25 unter 42 Klassierten. Die Gesamtwertung des Post-Cups beendete Hakimi als Sechster.
Haben das Lachen nicht verloren: Marco Kern und Ali Hakimi nach ihrem Auftritt beim 32. Zürcher Silvesterlauf.
(SN-Bericht von Manuel Stocker)
In der letzten der insgesamt 7 Runden (8,8 km) kam das Zeichen. Und es war unmissverständlich. Er sterbe, signalisierte Ali Hakimi mit einer Handbewegung. Eine Runde zuvor hatte der Marthaler das Tempo noch halten können. Doch dann zogen Stephen Staehli und Johnny Morgenthaler, Hakimis direkten Widersacher im Post-Cup-Klassement, davon. „Am Schluss war ich froh, es überhaupt noch ins Ziel geschafft zu haben, das Niveau auf den Schweizer Strassen ist zurzeit extrem hoch“, befand der Athlet des LC Schaffhausen. In 27:09 büsste er als Gesamt-16. und 9. bester Schweizer knapp zwei Minuten auf Sieger Viktor Röthlin ein.
Nach vier hochkarätigen Weihnachtsläufen innerhalb von vier Wochen brauche er nun eine Pause, bevor er sich auf die Hallen-Schweizermeisterschaften vorbereite. „Strassenläufe machen enorm Spass, aber die Basis lege ich auf der Bahn“, betont der frühere Olympia-Finalist über 1500 m, der sich schrittweise an längere Distanzen herantastet. Fürs nächste Jahr hat sich Hakimi vorgenommen, die 10 Kilometer erstmals unter 30 Minuten zu absolvieren. Kein Pappenstil, wie der 32-Jährige weiss: „Mental bin ich bereit, doch der Körper braucht seine Zeit für die Umstellung von den Mittel- zu den Langstrecken.“
Trainingslager statt Pause
Noch keine Langstreckenpläne verfolgt Klubkollege Marco Kern. Der 21-jährige Schaffhauser fühlt sich auf den 800 Metern nach wie vor am wohlsten – obschon er für einen Mittelstreckler bereits über eine ausgezeichnete Ausdauer verfügt. In 27:45 war er beim Silvesterlauf zwar nicht mehr ganz so schnell wie im vergangenen Jahr. Dennoch entschied er den Vergleich mit Mario Bächtiger und Moritz Höft, den schnellsten 800-m-Läufern im 42-köpfigen Feld, für sich und liess mit dem Liechtensteiner Marcel Tschopp gar einen Marathon-Olympiateilnehmer hinter sich.
Viel Zeit zur Erholung bleibt Kern indes nicht. Schon heute Dienstag reist der Sieger des „kleinen“ Basler Stadtlaufs zusammen mit dem mehrfachen Schweizer Meister und Hallen-EM-Kandidaten Christian Niederberger in ein dreiwöchiges Trainingslager nach Portugal. In Monte Gordo an der Algarve wollen sich die beiden 800-m-Spezialisten den letzten Schliff für die Hallensaison holen. „Marco wird in erster Linie an seiner Schnelligkeit arbeiten, ohne die Ausdauer zu vernachlässigen“, erklärt Trainer Daniel Rahm. Kern selbst freut sich vor allem auf die bekannte Infrastruktur und die gemeinsamen Trainings mit Niederberger, auch wenn er Weihnachten dafür erstmals nicht daheim mit seiner Familie und seinen Freunden verbringen kann.
Junge Schaffhauser laufen aufs Podest
Neben Ali Hakimi und Marco Kern, die beim Zürcher Silvesterlauf im Elitefeld starten durften, schafften drei junge Läufer aus der Region den Sprung aufs Kategorien-Podium. Der 22-jährige Colin Glattfelder vom LC Schaffhausen gewann als Gesamtdritter im „Run for Fun“ die Hauptklasse über 4,4 km. Klubkollegin Nicole Häusermann wurde bei den Schülerinnen A (Jahrgänge 1996 und 1997) über 1,4 km Zweite. Jasmin Marty vom Tristar Schaffhausen schliesslich erlief sich den dritten Platz bei den Mädchen B (Jahrgänge 1994 und 1995) über 2,6 km. (sto)
Link zum Artikel: Hakimi und Kern mit unterschiedlichen Weihnachtsplänen